Hansa 3 unterliegt im Spitzenkampf gegen Matt Inn

Es war angerichtet. Hansa 3 musste beim Aufstiegsfavoriten Matt Inn Dortmund antreten.
Da der Gegner in der Vorweihnachtszeit Raumnot anmeldete, fand der Kampf im Westfalen-Kolleg statt, war für uns damit fast ein Heimspiel.

Im Vorfeld der Partie hatte ich als Mannschaftsführer noch die knifflige Nuss zu knacken, wen ich aussetzen lassen müsste, eine seltene Situation. Ausfälle am Freitag und Samstag stellten die Mannschaft letztendlich von selbst auf.

Auf dem Papier waren wir deutlicher Außenseiter. Matt Inn brachte seine mit Abstand stärkste Mannschaft ans Brett, sodass wir überall Ratingnachteil besaßen.

Matt Inn Dortmund 1 (⌀ 1923) – SC Hansa Dortmund 3 (⌀ 1763)
1 Schulenburg, Pit (2075) – 17 Krüger, Simon (1987)
2 König, Christian (1955) – 18 Dawid, Adalbert (1875)
3 Yanik, Mehmet (1943) – 20 Begna, Bozidar (1829)
4 Böhmfeldt, Bruno (2221) – 21 Lin, Yi (1762)
5 Kromat, Stefan (1768) – 22 Balic, Enver (1741)
6 Fork, Raphael (1869) – 23 Milonas, Georgios (1708)
7 Schmitz, Martin (1819) – 3002 Kokkinis, Ioannis (1604)
8 Meinike, Thorsten (1736) – 3004 Szenasi, Laszlo (1594)

Und es begann nicht verheißungsvoll.
Gegen Pits Pirc wählte ich (Brett 1) einen symmetrischen Aufbau und die Stellung war relativ offen und entsprechend scharf. Eventuell leichter Vorteil.
Adalbert (2) musste sich in seinem Franzosen der Variante e4 e6 d4 d5 Sc3 Sf6 e5 Sd7 f4 c5 Sf3 Sc6 Ld3 erwehren, in der sich sein Gegner offensichtlich besser auskannte. Leichter Nachteil.
Bozidar (3) kam nicht gut aus der Eröffnung, hatte frühzeitig drei gegen zwei Bauerngruppen und sowohl am Damen- als auch am Königsflügel strukturelle Schwierigkeiten. Klarer Nachteil.
Yis Stellung (4) schien mir ausgeglichen, wobei er versuchte, die gegnerische Königsstellung zu lockern, während sein Kontrahent im Zentrum auf Vorteil hoffte. Ausgeglichen.
Enver (5) hatte zunächst leichte Aktivität, büßte dann jedoch forciert einen Bauern ein und setzte alles auf die Karte Angriff auf den im Zentrum verbliebenen gegnerischen König. Bei perfektem Spiel sicher verloren, in einer praktischen Partie jedoch mit Chancen.
Georgios’ (6) Eröffnung gefiel mir gut, die gegnerischen Manöver, den d4-Bauern im Franzosen mit Lc3 und Dd2 zu stabilisieren, sahen für mich etwas merkwürdig aus. Unklar.
Ioannis (7) wählte einen ruhigen Aufbau, konnte jedoch bereits frühzeitig eine etwas bessere Bauernstruktur sowie eventuell Angriffschancen am Königsflügel erzielen. Leichter Vorteil.
Laszlo (8) stand bereits frühzeitig mit dem Rücken zur Wand. Sein Gegner drohte, Laszlos Damenflügel aufzureiben. Nachteil, womöglich sogar klarer.

Hier rechnete ich mit einer 3-5 Niederlage, wobei ich meine Sieghoffnungen in die Bretter 1, 6 und 7 setzte, um drei mögliche Niederlagen aus den Partien an 2, 3, 5 und 8 auszugleichen.

Nach zwei Stunden nahm Envers Gegner dann ein Remisangebot an, angesichts der übrigen Bretter sah Matt Inn wahrscheinlich keinen Grund, „riskante Stellungen“ weiterzuspielen – berechtigterweise, wie sich zeigen sollte.

Ich hatte nun das Läuferpaar und konnte Damentausch erzwingen, wonach ich deutlichen Vorteil besaß.
Adalbert stand ungemütlich mit dem schwachen weißfeldrigen Läufer gegen einen schönen Springer auf d4.
Bozidar hatte einen Bauern eingebüßt und bestenfalls Schwindelchancen.
Yi ließ sich einen Doppelbauern auf der c-Linie andrehen, womit klar war, dass er nur noch auf Remis spielen konnte.
Georgios stand unklar, beide Spieler überraschten mit ungewöhnlichen Manövern am Damenflügel.
Ioannis besaß nun das Läuferpaar und ich machte mir leichte Hoffnungen.
Laszlo verlor einen Bauern und versuchte, alles Material am Damenflügel abzutauschen, was allerdings nicht gelang. Als er im klar verlorenen Endspiel eine Figur einstellte, war es schnell vorüber.
Ich konnte zwar postwendend zum 1,5-1,5 ausgleichen, doch 2,5 weitere Punkte schienen mir noch weit entfernt.
Adalberts Gegner ließ eine gute Möglichkeit aus, da die Stellung nun völlig verrammelt war, war der Remisschluss logisch. 2-2 und leichte Hoffnung, dass unsere griechische Doppelzange (Georgios und Ioannis) entscheidend zupacken würde können.
Bozidar musste sich trotz zähen Kampfs nach fast dreieinhalb Stunden in die Niederlage fügen und auch bei Yi sah es nun kritisch aus. Sein Gegner sammelte einen Bauern ein und wickelte in ein gewonnenes Endspiel ab.
Zum Glück griff wenigstens Georgios’ Kontrahent in Zeitnot fehl und es winkte ein ganzer Punkt.
Leider konnte Ioannis Tausch seines starken Läufers nicht vermeiden und das Endspiel Läufer gegen Springer war ohne Mithilfe des Gegners definitiv nicht zu gewinnen. Leider tat ihm sein Kontrahent nicht den Gefallen, zu optimistisch auf Sieg zu spielen und so wurden die Punkte geteilt.
Schön, dass Georgios mit starkem Angriff seine persönliche Bilanz auf 3,5/4 ausbauen konnte.
Yi versuchte alles, doch kostete ihn ein gegnerischer Freibauer eine Figur und damit auch die Partie.

Am Ende steht eine knappe 3,5-4,5 Niederlage für uns, die allerdings auch deutlicher hätte ausfallen können.

Weiter geht es im neuen Jahr mit einer „Doppelrunde“ am 27.1. gegen Datteln und am 3.2. in Eving.

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