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Hansa und der Viererpokal

Der Bezirksviererpokal 2021/22 wurde aufgrund von Corona erst im Januar gestartet. Unter 2G+-Bedingungen musste Hansa ab dem Viertelfinale einsteigen. Dort traf man am 28. Januar auf die Schachfreunde Lünen, die mit Wolfgang Prüske und László Szénási zwei langjährige Hansaaktive am Start hatten. Unsere Mannschaft ging als klarer Favorit in den Kampf, mit IM Dr. Christian Scholz, Jens Zelt, Walter Linker und Patrick Werner hatte man ausschließlich Kaderspieler der 1. aufgeboten.
Am Ende stand ein deutliches 4:0, was den souveränen Einzug ins Halbfinale bedeutete.

Dort traf man am 4. Februar auf SG Mengede. Da Patrick arbeitsbedingt ausfiel, musste Simon Krüger einspringen, was den DWZ-Schnitt sogar noch etwas hob. Mengede trat in der gleichen Besetzung wie in der vorherigen Runde an, was wiederum an sämtlichen Brettern deutlichen DWZ-Vorteil für Hansa bedeutete.
Christian zeigte mit Weiß, wie man gegen den „Holländer“ direkt Druck aufbauen kann und sammelte noch in der Eröffnung eine volle Figur ein, 1:0 nach 70 Minuten.
Während bei Jens eine komplexe Mittelspielstruktur (Anmerkung des Verfassers: Das schreibe ich immer, wenn ich nichts verstanden habe von dem, was da auf dem Brett eigentlich los war) entstand, in der ich hoffte, dass er zum Königsangriff würde ansetzen können, hatte Walter mit Schwarz mal wieder eines seiner Gambits ausgepackt. Sein Gegner wollte dann zu viel (oder verrechnete sich?) und verlor eine Figur.
Ich hatte mal wieder eine diese Eröffnungen auf dem Brett, von denen ich keine Ahnung habe. Wie gerne wäre ich beim zeitgleich stattfindenden Training mit Niels Christensen gewesen, einen Plan hätte ich gut gebrauchen können. Zum Glück fand ich dann einen taktischen Witz und konnte die Dame gegen zwei Springer gewinnen. Irgendwie gewann ich dann in dieser sehr ungewöhnlichen Materialkonstellation, in der noch sämtliches anderes Material auf dem Brett war.
Walter machte bald darauf alles klar, sein Gegner hatte noch eine Qualität nachgereicht für Angriffschancen, die sich aber als nicht ausreichend entpuppten. Jens knetete seinen Kontrahenten noch lange, willigte letztendlich aber doch ins Remis zum 3,5:0,5 ein.

Somit trafen wir im Finale am 11. Februar auf SF Brackel, seit den 80ern ein häufiges Finalduell.
Leider musste Patrick wiederum arbeiten und Walter war aufgrund eines privaten Termins verhindert, womit wir erneut eine etwas veränderte Formation ins Rennen schicken mussten.
Carsten Hillebrand rückte an Brett Vier nach.
Während Christian an 1 wertungsmäßig 150 Punkte voraus war, lagen wir an Brett 2 – 4 alle etwa 150 Punkte hinter unseren Gegnern.
Christian legte auch direkt stark los und baute eine Druckstellung gegen den schwarzen König auf, die vielversprechend aussah. Jens musste sich mit einem unangenehmen rückständigen Bauern auf d6 rumärgern, was seinem Kontrahenten von Beginn an das bequemere Spiel ermöglichte, das sah ungemütlich aus.
Ich hatte mal wieder keine Ahnung von der Eröffnung und musste aufpassen, dass im Caro-Kann mein weißfeldriger Läufer nicht für alle Ewigkeit zum Bauern würde. Mein Gegner warf zudem fröhlich seine Figuren in Richtung meines Königs.
Carsten spielte eine dieser Eröffnungen, zu denen ich gerne etwas schriebe, alleine gar nichts zu sagen kann, weil sie sich mir nicht erschließen. Vom Gefühl schien es mir jedoch ausgeglichen zu stehen.
Mentale Abrechnung zu diesem Zeitpunkt: Christian gewinnt, weil wir sonst nicht gewinnen können, Carsten holt ein Remis und Jens oder ich erduselt das zweite Remis zum Sieg nach Berliner Wertung.
Mein Gegner übersah dann irgendwas in seiner Variantenberechnung, jedenfalls konnte ich eine Qualität gewinnen. Auch bei Carsten sah es immer besser aus. Er erarbeitete sich eine Bauernmehrheit am Damenflügel.
Bei Christian war das Brett zwischenzeitlich deutlich geleert worden. Jens musste sich quälen.
Ich murkste schwerwiegend und stand plötzlich mit recht offenem König da und gegnerische Freibauern machten sich bedrohlich auf den Weg. Folgerichtig lehnte mein Kontrahent das Remisangebot ab, baute seinem König ein schönes Häuschen, das zwar etwas windschief wirkte, da ich aber keine Leichtfiguren mehr hatte, nicht umzustoßen sein würde.
Ich bot eine Zugwiederholung an, die mein Gegner jedoch ablehnte. Es wurde ein Wettrennen: Sein Freibauer gegen meinen Königsangriff. Mein Angriff war schneller. 1:0 nach drei Stunden.
Bei Carsten sah es immer netter aus, hatte er nun nicht nur einen Mehrbauern, sondern auch den Königsläufer auf g2, der das halbe Brett beherrschte und die Freibauern auf b und c wunderbar unterstützte. Als sein Gegner noch eine Figur einstellte, hatte dieser endgültig genug und gab auf, 2:0.
Christian wickelte in ein Turmendspiel ab und versuchte noch alles, um den ganzen Punkt einzufahren. Da sein Gegenüber sauber verteidigte, war das Remis folgerichtig. 2,5:0,5, Pokalsieg für Hansa.
Nur ein wenig getrübt wurde der Abend durch Jens‘ Partie, in der sein Gegner noch über eine weitere Stunde seine bessere Stellung gewinnen wollte, was ihm letztendlich auch gelang. Endstand 2,5:1,5.

Vielen Dank allen Spielern für ihre Teilnahme! Das Blöde ist: Damit haben wir uns für die NRW-Ebene qualifiziert, es drohen neue E-Mails von mir…

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