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Das Ziel klar vor Augen: zum Nachbarn nach Bochum fahren und die Klasse halten! Das sollte doch gut gehen, denn von der Aufstellung her, waren wir nominell an sechs Brettern besser besetzt. Bochum war bereits abgestiegen, dennoch traten unsere Nachbarn mit einer starken Mannschaft gegen uns an.

Am letzten Spieltag ging es noch für fünf Mannschaften um den Klassenerhalt. Verschiedene Konstellationen waren denkbar, zwei Mannschaften mussten absteigen. Aber wer? Das Team des Aachener SV musste mindestens einen Punkt gegen den aufstiegsambitionierten Düsseldorfer SK holen, der SV Koblenz konnte sich mit einem Sieg retten, der Klub Kölner Schachfreunde durfte im Derby gegen die SG Köln Porz nicht zu hoch verlieren und so weiter und so fort… Auf Geschenke durften wir nicht hoffen.

Wir mussten mindestens einen halben Brettpunkt mehr als der Klub Kölner Schachfreunde holen. Also: Ran an die Bretter!

Vyacheslav Klyuner steuerte an Brett 2 ziemlich schnell ein Remis bei, während Arkadius Kalka gegen Paul Backwinkel verlor. Ralf Kotter gewann am 6. Brett sicher. Christian Scholz spielte erneut sehr souverän und zerlegte die Eröffnungswahl seines Gegners. Damit führten wir 2,5:1,5.

Olaf Wegener teilte den Punkt kurze Zeit später. Es stand jetzt 3:2 für uns, so dass uns nur noch ein halber Brettpunkt zum Klassenerhalt fehlte.

Bartas Heberla hatte in einem Endspiel zwar einen Bauern weniger. Dennoch schätzte ich in seinem Endspiel „Läufer gegen Springer“ den Läufer unseres Großmeisters stärker ein. Romuald Mainka war mit einem Bauern im Vorteil und stand klar auf Gewinn. Wolfgang Prüske kam gut aus der Eröffnung, an seinem Brett schien mir für ihn noch alles möglich zu sein.

Online konnte man die Zwischenstände der anderen Begegnungen und unserer Konkurrenten verfolgen. Zur Beruhigung trug das aber nicht unbedingt bei. Denn die Ergebnisse waren anders, als ich sie erwartet hatte. Die SG Köln Porz spielte gegen den Lokalenrivalen mit der besten Aufstellung in dieser Saison. Denn die Porzer mussten schließlich gewinnen, bei einer gleichzeitigen Niederlage des Aachener SV, um noch das rettende Ufer erreichen zu können. Aber ich war mir bewusst, dass auch ein hoher Porzer Sieg den Kölner Stadtrivalen auch noch in Abstiegsgefahr bringen konnte.

Während nun bei uns Bartas Heberla remisierte, verlor Wolfgang Prüske etwas den Faden und damit auch die Partie. Der Zwischenstand lautete nun 3,5:3,5. Es war vollbracht, der Klassenerhalt in der 2. Bundesliga damit gesichert.

Romuald Mainka kämpfte und versuchte, seinen Gegner Jens Kotainy zu besiegen. In Zeitnot allerdings verlor unser Zwilling leider seine Linie, stellte Bauern ein und musste sich damit unerwartet geschlagen gegeben.

In den anderen Begegnungen geschah folgendes: Der SV Koblenz gewann gegen (für mich) ersatzgeschwächte Solinger. Der Aachener SV erkämpfte sich ein 4:4 gegen den Düsseldorfer SK und rettete sich damit in letzter Sekunde. Die SG Köln Porz, die (fast) in Bestbesetzung angetreten war, gewann sehr deutlich gegen den Kölner Lokalrivalen und riss diesen gleich mit in den Abgrund der Oberliga NRW.

Wie stark die 2. Bundesliga West in dieser Saison gewesen ist, sieht man auch daran, dass es nur zwei Siege mit 6,5:1,5, noch nicht einmal ein 6:2 gab. Lediglich sechs Begegnungen endeten mit 5,5:2,5. Alle anderen Duelle verliefen mit 5:3 oder 4,5:3,5 oder 4:4 oder 3,5:4,5 oder 3:5 sehr ausgeglichen.

Trotz alledem: Wir haben es geschafft. Verdient. Weiter geht´s in der 2. Bundesliga in der nächsten Saison.