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in 4. MANNSCHAFT

Was auf dem Papier nach einer klaren Angelegenheit aussieht muss nicht immer so verlaufen. So erging es am Sonntag der 4. Mannschaft gegen die junge Brackeler Mannschaft Nummer 6.

Als Ersatzmann eingesprungen konnte ich nach einer einstündigen Fahrt feststellen, dass mein Gegner nicht anwesend war. All die ganze Verzögerungstaktik des gegnerischen Mannschaftsführers half nicht. Das 4. Brett mit schwarz gegen einen vermeintlich stärkeren Gegner mit DWZ-Plus wurde kampflos abgegeben. Um 14:38 Uhr stand es fest: 1-0 kl.

Nach ein paar Runden Zuschauen hier und da und ein paar Fotos machen verließ ich das WK mit dem festen Glauben, dass wir einen ungefährdeten Sieg einfahren.

Eine Stunde später zuhause angekommen, stand es bereits 3-1, so stand es zumindest im Internet. Beruhigender Vorsprung dachte ich. Es geschehen Zeichen und Wunder und Zwischenergebnisse der Bezirksklasse werden online gestellt. Negativ aufgefallen war mir nur, dass unser Edel-Ersatz Georgios Milonas gegen einen mehr als 100 DWZ-Punkte schwächeren Gegner mit weiß verloren hatte. Georgios erwischte leider keinen guten Tag. Er hat schon früh 2 Bauern verloren und kam stark unter Druck. Diesen Rückstand konnte er nicht mehr wettmachen. Junge Schachspieler sind unberechenbar, deren DWZ sagt wenig aus.

Man soll aber nicht alles glauben, was im Internet steht, denn eigentlich stand es 2:2 und es ging wohl nach dem Bericht des MF Bahram Schlag auf Schlag.

Am Brett 6 setzte Jingfu seinen Gegner frühzeitig unter Druck und nach Abtausch der Figuren gewann einen Bauer. Letztlich hat er das Bauerendspiel souverän gewonnen.  2:1

In einer Untervariante des französischen Tarrasch-Systems hat Bahram selbst am Brett 5 den Anfangsdruck seines Gegners gut standgehalten. Der weiße König bevorzugte Kf2 und später Kg2 und stand etwas seltsam, aber danach lief die Partie lange Zeit ausgeglichen. Gegen Ende unterlief Bahram unter Zeitdruck einmal mehr ein Fehler. Eine Springergabel mit Schachgebot brachte die Entscheidung. 2:2

Dafür spielte Bobby einen offensiven Angriff auf den Königsflügel seines Gegners. Dank viel Geduld, Konzentration und auch seiner aktiveren Figuren konnte er das Spiel für sich entscheiden. 3:2

Laszlo spielt ungern mit schwarzen Figuren. Ursprünglich sollte er auch am 6. Brett mit weiß spielen, es gab aber keinen Ersatz von unten sondern Er rückte durch Pouya ein Brett nach unten. Seine Stellung sah über lange Zeit ausgeglichen aus. Im Turmendspiel verlor er die Geduld und zog fehl. Kurze Zeit später gab er auf. 3:3

Am Spitzenbrett gelang es dafür Carsten nach langem ausgeglichenem Spiel den Druck immer weiter zu erhöhen. In der Folge gewann er noch eine Figur und anschließend das Spiel. 4:3

Der nächste aktualisierte Zwischenstand online !!! lautete 4:3 und die Partie Thorsten Geelhaar lief.

Seine Partien gleichen oft Achterbahnfahrten, nichts für schwache Herzen, aber meist mit einem erfreulichen Ausgang. Diesmal leider nicht. Nach der Eröffnung war er leicht in Vorteil. In ausgeglichener Stellung verlor er die Qualität und trotz Gegenwehr konnte er die Partie nicht mehr retten. 4:4 Endstand.

Nach dem Punktverlust in der 6. Runde ist in der Bezirksklasse der Spreu vom Weizen getrennt. Souverän führt die Übermannschaft Matt Inn Dortmund I die Tabelle an. Am Aufstieg der Mannschaft gab es vor der Saison schon keinen Zweifel, jetzt erst recht nicht.

4 Teams kämpfen um den 2. Platz, wovon der an Platz 4 platzierte Mengede II erstaunlicherweise die besten Chancen auf den Aufstiegsplatz 2 hat. Denn gegen den Klassenprimus Matt Inn haben sie schon gespielt (und verloren) und die restlichen 3 Gegner sind „machbar“, während der zweitplatzierte DSV II und wir noch uns mit der ersten Mannschaft des jüngsten Dortmunder Schachvereins messen müssen.

Der nächste Ausrutscher der 4 Verfolger bedeutet das Aus um den Aufstieg, aber ein Trost ist, dass wir mit 8 Punkten uns kaum Sorgen um den Klassenerhalt machen müssen.

Von Bahram Vojdani und Dr. Pouya Majdpour